Zusammenfassung der EBC-Zertifizierung

Finden Sie hier auf einen Blick die wichtigsten Schritte, Methoden und Grenzwerte der EBC-Zertifizierung.

  1. Produktionscharge
    • Eine Produktionscharge beginnt mit deren Anmeldung auf der EBC-Webseite. Hierbei erhält die Produktionscharge eine eindeutige ID-Nummer mit QR-Code.
    • Eine Produktionscharge dauert maximal ein Kalenderjahr.
    • Innerhalb der ersten 2 Monate nach Anmeldung einer Produktionscharge hat eine repräsentative Probenahme durch einen akkreditierten Probenehmer zu erfolgen.
    • Die Pyrolysetemperatur in °C darf sich während der Produktion um nicht mehr als 20% ändern. Bei einer deklarierten Pyrolysetemperatur von bspw. 600 °C sind damit kurzfristige Schwankungen zwischen 480 °C und 720 °C gestattet.
    • Die Zusammensetzung der Biomassen darf sich nicht um mehr als um 20% verändern. Wird beispielsweise ein Gemisch aus 50% Getreidespelzen und 50% Landschaftspflegeholz pyrolysiert, dürfen die Anteile um d.h. im Bereich 40% bis 60% (±(50% x 20%) = ±10%) variieren.
    • Nach Ablauf einer Produktionscharge muss eine darauffolgende, neue Produktionscharge wiederum auf der EBC-Webseite angemeldet werden.

 

  1. Probenahme und Einsendung der Probe zur Analyse
    • Die repräsentative Probe einer Produktionscharge wird beim Erstaudit und danach während jeder Jahreskontrolle durch einen akkreditierten Probenehmer gezogen und an ein EBC akkreditiertes Labor geschickt.
    • Der Pflanzenkohleproduzent wählt ein EBC akkreditiertes Labor aus.
    • In Entsprechung mit dem vertraglich festgelegten Probenahme- und Gütesicherungsplan sorgen die Produktionsbetriebe für die Entnahme und versiegelte Lagerung regelmäßiger (in der Regel täglicher) Rückstellproben.

 

  1. Verwendbare Biomassen für die Herstellung von Pflanzenkohle
    • Alle Biomassen die auf der EBC-Positivliste verzeichnet sind, dürfen einzeln oder gemischt als Ausgangsstoff zur Herstellung von EBC-Pflanzenkohle verwendet werden. Für jede Anwendungsklasse gelten bestimmte Einschränkungen, die aus der EBC-Positivliste hervorgehen. So dürfen zum Beispiel für EBC-Futter nicht alle Biomassen verwendet werden, die für EBC-Material eingesetzt werden dürfen. Innerhalb einer Charge darf die Art Biomasse nicht verändert werden, bzw. dürfen sich die Mischungsverhältnisse um nicht mehr als 20% verändern (vgl. 2.5).
    • Mineralische Zusätze gemäß EBC-Positivliste dürfen bis 10% bezogen auf die Masse zugesetzt werden. Bei EBC-Futter sind keine mineralischen Zusätze zugelassen.

 

  1. Vorgaben an die Pyrolysetechnik
    • Die Nutzung der Abwärme oder Nutzung der flüssigen und gasförmigen Pyrolyseprodukte muss gewährleistet werden.
    • Die national festgelegten Emissionsgrenzwerte müssen eingehalten werden.

 

  1. Eigenschaften der Pflanzenkohle
    • Die Pflanzenkohlen für alle Anwendungsklassen (Futter, AgroBio, Agro, Material) müssen mindestens nach dem EBC-Basic Analysepaket analysiert werden. Für EBC-Futter sind zusätzlich die Analysen des EBC-Futterpakets erforderlich.
    • Folgende Grenzwerte sind einzuhalten:

 

 

 

 

EBC - Label

EBC - Klasse

 

EBC-Feed

Klasse I

EBC-AgroBio

Klasse II

EBC-Agro

Klasse III

EBC-Material

Klasse IV

Elementaranalyse

C-Gesamt, Corg, H, N, O, S, Asche,

 

H/Corg

< 0,7

< 0,7

< 0,7

< 0,7

 

O/Corg

< 0,4

< 0,4

< 0,4

< 0,4

Physikalische Parameter

Wassergehalt, Trockensubstanz (TS), Schüttdichte (bezogen auf TS), spezifische Oberfläche (BET), pH, Salzgehalt

TGA

Einmalig für die erste, angemeldete Produktionscharge

Nährstoffe

Mindestens N, P, K, Mg, Ca

Schwermetalle

Pb

10 g t-1 (88%TS)

45 g t-1 TM

150 g t-1 TM

250 g t-1 TM

 

Cd

1 g t-1 (88% TS)

0.7 g t-1 TM

1,5 g t-1 TM

5 g t-1 TM

 

Cu

100 g t-1TS

70 g t-1TM

100 g t-1 TM

250 g t-1 TM

 

Ni

30 g t-1 TS

25 g t-1 TM

50 g t-1 TM

250 g t-1 TM

 

Hg

0.1 g t-1 (88% TS)

0.4 g t-1 TM

1 g t-1 TM

1 g t-1 TM

 

Zn

400 g t-1 TS

200 g t-1 TM

400 g t-1 TM

750 g t-1 TM

 

Cr

80 g t-1 TS

70 g t-1 TM

90 g t-1 TM

250 g t-1 TM

 

As

2 g t-1 (88% TS)

13 g t-1 TM

13 g t-1 TM

15 g t-1 TM

Organische Schadstoffe

16 EPA PAK

4±2 g t-1 TM

4±2 g t-1 TM

6.0+2.2 g t-1 TM

30g t-1 TM

 

Benzo[a] pyren

25 mg t-1 (88% TS)

 

 

PCB, PCDD/F

Siehe Kap. 9

Einmalig je Anlage für die erste angemeldete Produktionscharge

 

  1. Arbeitsschutz

Die Arbeiter müssen schriftlich bestätigen, über etwaige Gefahren am Arbeitsplatz aufgeklärt worden zu sein und über entsprechend notwendige Schutzkleidung zu verfügen.