Jahresbrief 2017

Sehr geehrte EBC-Produzenten, liebe Biochar Pioniere,

Das EBC-Zertifikat feiert in diesem Jahr bereits sein fünfjähriges Bestehen. Als wir 2012 mit bio.inspecta AG / q.inspecta GmbH, einer international anerkannten und staatlich akkreditierten Kontroll- und Zertifizierungsstelle, die Zertifizierung der Pflanzenkohle-Produktion begannen, waren wir uns zwar bereits ziemlich sicher, das Biochar ein Schlüssel für die nachhaltige Zukunft des Planeten sein wird, aber wir waren auch schon erfahren genug, um zu wissen, dass die technische Umsetzung noch zahlreiche Hürden überwinden muss. Im ersten Jahr standen lediglich vier Betriebe am Start.

Seither wurden über 15 Betriebe in sechs Ländern zertifiziert und das EBC hat sich ohne Zweifel als europäischer Industriestandard etabliert. Für die Behörden in vielen Ländern ist die EBC das Maß, an dem neue Richtlinien und Verordnungen gemessen werden. Und die neue EU-Düngemittelverordnung, die den Einsatz von Biochar ab 2018 regeln wird, folgt quasi allen Grenzwerten und Vorgaben der EBC. Insofern haben wir, gemeinsam mit Ihnen, den Produzenten, der bio.inspecta AG / q.inspecta GmbH als Kontrollorgan und Eurofins als akkreditiertem Labor in den letzten 5 Jahren Wegweisendes geschaffen. Getragen war die Entwicklung hauptsächlich durch Idealismus und Weitsicht, aber finanziellen Gewinn hat in der Pflanzenkohle-Branche wahrscheinlich noch niemand eingefahren (zumindest wenn die unbezahlten Eigenleistungen mit eingerechnet werden...).

Die EBC hat in den sechs Jahren ihres Bestehens sogar das Kunststück vollbracht, nicht nur keinen Gewinn einzufahren, sondern noch nicht einmal einen einzigen Euro einzunehmen. Alle Kosten und vor allem die unzähligen Stunden Arbeitszeit wurden bisher von der Stiftung Ithaka Institut gedeckt. Für die Start-Up-Betriebe war die Zertifizierung ohnehin schon teuer, und wir wollten nicht durch eine zusätzliche Labelgebühr den Durchbruch des EBC-Standards riskieren.

Um die EBC-Kontrollen weiter zu verbessern und für den wachsenden Pflanzenkohlemarkt in Europa bereit zu machen, haben wir uns Ende letzten Jahres mit bio.inspecta AG / q.inspecta GmbH zusammengesetzt. Dabei ist es uns gemeinsam gelungen, die Tarife für die jährliche Kontrolle zu senken und somit wettbewerbsfähiger zu machen. Mit Beginn des Zertifizierungsjahres 2017 konnte bio.inspecta AG / q.inspecta GmbH die Preise für die EBC-Zertifizierung um durchschnittlich 20% senken, wobei dieser niedrigere Preis bereits eine Labelgebühr von 100 Euro enthält, welche künftig einige Kosten der EBC decken wird. Die neue Preisstruktur und eine Vergleichsaufstellung für einen durchschnittlichen Betrieb in Deutschland finden Sie im Anhang dieses Briefes.

Im Frühjahr dieses Jahres hat bio.inspecta AG / q.inspecta GmbH auch einen neuen Auditor, Philipp Seitz, für die Betriebskontrollen engagiert. Herr Seitz ist ein weltweit sehr erfahrener Agronom und Inspektor mit einem profunden technischen Verständnis, was neben der eigentlichen Betriebskontrolle auch einen spannenden fachlichen Austausch verspricht.

Hinsichtlich der EBC-Richtlinien gibt es 2017 zwei Neuerungen, auf die wir Sie bei dieser Gelegenheit gern noch einmal hinweisen möchten:


1. Einsendung der Proben zur Analyse:

Wie in den EBC-Richtlinien 4.5 – 4.9 bereits seit letztem Jahr festgehalten, muss bei der Einsendung der Pflanzenkohle-Proben zwingend auf dem Begleitblatt zur Auftragserteilung festgehalten werden, dass es sich um eine „Pflanzenkohle-Probe zur Erlangung des EBC-Zertifikats“ handelt. Zudem muss aus Gründen des Datenschutzes auf dem Begleitblatt der Sendung folgender Vermerk stehen:

Wir erklären uns hiermit einverstanden, dass die Eurofins Umwelt Ost GmbH eine Kopie der Ergebnisse der EBC-Analytik dieser Probe zu Zwecken der Zertifizierung an die bio.inspecta AG  und an die EBC sendet.“

Eine Pflanzenkohle-Charge kann in Zukunft nur noch dann zertifiziert werden, wenn die EBC-Analyse durch das akkreditierte Labor an bio.inspecta sowie an EBC gesendet wird. Mit dieser Regel möchten wir verhindern, dass Produzenten künftig so lange Analysen an die Labore schicken, bis sie schließlich alle Grenzwerte erfüllt werden.


2. Rückstellprobe 

Die zweite wesentliche Neuerung bezieht sich darauf, dass künftig täglich 100 g Pflanzenkohle als Rückstellprobe aus dem Produktionsprozess entnommen und entsprechend gelagert werden müssen. Die neue Vorschrift aus Punkt 5.11 lautet:

Zusätzlich zur EBC-Analyse-Probe sowie zur Sichtprobe sind der Hersteller verpflichtet, täglich eine Querstromprobe von mindestens 100 g zu entnehmen. Der tägliche Entnahmezeitpunkt ist im Produktionsprotokoll einzutragen. Die Querstromproben sind für jeweils einen Monat in einem größeren Probebehälter als Mischprobe zu sammeln. Nach einem Monat ist die Mischprobe zu versiegeln. Die nächsten 30 Querstromproben werden in einem neuen Probebehälter gesammelt, bis auch dieser versiegelt und gelagert wird. Die Querstromprobe kann sowohl manuell als auch automatisiert aus der Tagesproduktion entnommen werden. Die Querstromprobe garantiert am sichersten eine repräsentative Probenahme des Produktes.

 

Wir halten den Aufwand für die Rückstellprobe für vertretbar. Der Vorteil besteht darin, dass so eine Rückverfolgbarkeit der Produktion gewährleistet wird und damit sowohl für die EBC als auch für die Produzenten eine gewisse Sicherheit besteht, bei etwaigen Beanstandungen beim Endkunden oder bei Behörden die beste Qualität des Ausgangsmaterials nachweisen zu können.  

Wir hoffen, mit diesen Neuerungen ihr Verständnis zu finden und sind gespannt auf die Entwicklung der Pflanzenkohle-Industrie. Wesentliche Arbeitsfelder der EBC werden in den nächsten beiden Jahren die Erstellung weitere Zertifikate für besondere Pflanzenkohle-Materialien sein. So ist ähnlich dem EBC-Futter Zertifikat als nächstes ein EBC-Baumaterial und EBC-Aktivkohle Zertifikat geplant.

Wir arbeiten nicht nur eng mit der Forschung und der Industrie zusammen, um möglichst schnell auf neue Entwicklungen zu reagieren, sondern stehen auch in engem Kontakt mit den Vertretern der EU-Kommission, die die neue EU-Düngemittelverordnung erstellt. 2018 bzw. 2019, wenn die neue Verordnung verabschiedet sein wird, werden wir das EBC entsprechend anpassen, um die dort für Pflanzenkohle gemachten Vorschriften entsprechend widerzuspiegeln. EBC basic wird dann den EU-Verordnungen entsprechen, und EBC premium weiterhin der Standard mit höheren Umweltanforderungen sein.

Mit freundlichen Grüssen und besten Wünschen für eine erfolgreiche zweite Jahreshälfte,

Ihr Hans-Peter Schmidt

 

 

 

Neue bio.inspecta AG/q.inspect GmbH Kostenstruktur für die EBC-Zertifizierung:

 

Die wesentlichen Änderungen in der Kostenstruktur sind:

-       Registration fee                                                                250.- new operator

-       Annual administration fee                                                  200.- operator

-       Inspection fees (including preparation and reporting)            90.- hour

-       Travel time                                                                        62.50 hour

-       Certification (evaluation / report writing / certification)        100.- hour

-       Certificates and notification                                                 25.- certificate

-       Label fee EBC                                                                   100.- operator

-       Certificate of Inspection (COI)                                              75.- certificate

-       Sample an analysis handling                                               100.– hour

-       Sample taking and analysis                                              Total costs incurred

-       Other services                                                                   100.– hour

-       Other services by senior consultant                                      170.– hour

 

Tarifbeispiel

Die Kosten nach dem alten Modell bis 2016 waren:

Anz.

Beschreibung

EUR / unit

Total EUR

       

1 h

Vorbereitung

90.00

90.00

5.5 h

Audit inkl. An- und Abreise

90.00

495.00

1.5 h

Nachbearbeitung

90.00

135.00

1

Spesen (Kilometer-Gutschrift)

 

43.43

1

Zertifizierungspauschale

 

700.00

1

Zertifikat

 

25.00

       

TOTAL EURO mehrwertsteuerfrei

 

1'488.43

 

Die Kosten nach dem neuen Berechungsmodell ab 2017 sind:

Anz.

Beschreibung

EUR / unit

Total EUR

       

1 h

Vorbereitung

90.00

90.00

3.5 h

Audit

90.00

315.00

2 h

An- und Abreise

62.50

125.00

1.5 h

Nachbearbeitung

90.00

135.00

1

Spesen (Kilometer-Gutschrift)

 

43.43

1

Labelgebühr EBC

 

100.00

1

Jahresgebühr

 

200.00

1.5 h

Zertifizierung

100.00

150.00

1

Zertifikat

 

25.00

       

TOTAL EURO mehrwertsteuerfrei

 

1'183.43